Translate

Montag, 18. November 2013

MediEvil

Dieses Mal möchte ich mich einem meiner alten Lieblingspiele auf der Playstation 1 widmen: MediEvil. Erschienen im Oktober 1998, wurde es von Sony Computer Entertainment entwickelt und vermarktet. Obwohl dem Action-Adventure Genre zugehörig, enthält es viele, zum teil sehr knifflige Rätsel. Auch im Allgemeinen zählt das Spiel als eine Perle der Playstation-Bibliothek. Warum das so ist, möchte ich nun näherbringen.




Wissenswertes

Müsste man MediEvil in einem Satz beschreiben, wäre das: "Würde Tim Burton ein Videospiel entwickeln, würde dieser Titel dabei herauskommen." Wer den Trailer gesehen hat, wird dem zustimmen und tatsächlich ist es kein Zufall. Die Designer des Entwicklerteams waren große Fans des Filmes "Nightmare before Christmas" und so kam es unter anderem dazu, dass das Setting sich sehr an den Leistungen Tim Burtons und in Richtung Gothic entwickelte.

Story
Im Lande Gallowmere (1386) kehrt nach vielen Jahre des Exils der dunkle Zauberer Zarok zurück. Dieser wurde in der Vergangenheit vom Königshof verbannt, da er begann sich der Nekromantie zu zuwenden. Zarok scharte daraufhin eine Armee von Dämonen um sich und griff das Königreich an. Er konnte unter schweren Verlusten besiegt werden und verschwand. Doch nun ist er zurück und wirkt einen mächtigen Zauber über Gallowmere: Die Lebenden unterliegen seinem Willen, während die Toten und Leichname wieder auferstehen und als Untote umherwandeln. 
Hierdurch passiert allerdings etwas, womit Zarok nicht gerechnet hatte: Durch den Zauber wird auch Sir Daniel Fortesque wieder zurück ins Diesseits geholt. Dieser war damals am Königshof sein Gegenspieler und führte auch die königliche Armee an. Fortesque ist seitdem ein Held, da die Legende besagt er habe Zarok besiegt und dabei sein Leben geopfert. Was allerdings niemand weiß: Tatsächlich starb Daniel bereits im ersten Pfeilhagel und war weder ein guter Anführer, noch Kämpfer. Im Jenseits wurde er dafür von echten Helden verspottet, da sein Ruhm ohne jede Grundlage ist. 
Als Daniel sich nun plötzlich zurück unter den Lebenden wiederfindet (wenn auch nur als Skelett ohne Kiefer und mit nur einem Auge), erkennt er, dass sich ihm eine zweite Chance bietet: Zarok nun tatsächlich zu besiegen und Gallowmere zu retten. Also wischt er sich die Spinnweben aus der leeren Augenhöhle, ergreift das alte Schwert und Schild und verlässt seine Gruft um der Legende Gerecht zu werden.

Ausführung
Wow, was soll ich sagen: Alleine schon dieses Setting hat mich damals begeistert. Ritter, Dämonen, Zauberer und das alles in einem Gothic-Grusel Stil, der sich gleichzeitig aber nicht zu ernst nimmt. Obwohl die Geschichte eigentlich sehr tragisch und düster klingt, passiert es nicht selten, dass nach einer Schrecksekunde ein Lachen über die Lippen kommt.

Viele der NPCs, die man in den Levels und der Heldenhalle trifft, machen sich über Fortesque lustig und beschweren sich, warum gerade er das Land retten soll. Daniel nimmt es aber meist mit Humor und ist nicht selten um einen Konter verlegen.

Seine Reise bringt ihn über Friedhöfe, ein Irrenhaus, eine versunkene Stadt, sogar ein Geister-Piratenschiff und viele weitere Orte. Die Entwicklung der Handlung kann teilweise selbst bestimmt werden (das nächste Level ist manchmal selbst auszuwählen), bleibt im Großen und Ganzen aber geradlinig.

Story-Bewertung: 2,5 von 3 Game-Controller


Gameplay

Die Kämpfe werden auf den ersten Blick recht simpel abgewickelt: Gegner stehen oder patrouillieren in einer Gegend und greifen an, sobald Daniel ihnen nahe kommt. Letzterer hat zu Beginn nur ein Schwert und Schild zur Verfügung. Die Bewaffnung lässt sich aber durch ein sehr einfallsreiches Feature verbessern:
In jedem Level gibt es einen sogenannten Seelenkelch, der sich mit jedem besiegtem Gegner füllt. Sobald er voll ist, muss noch sein Versteck gefunden werden. Im Anschluss bekommt Daniel Zutritt zur Halle der Helden. Diese ist gesäumt von Statuen aller wichtigen Helden von Gallowmere (viele davon Zeitgenossen, welche ebenfalls in der Schlacht gegen Zarok starben). Von ihnen bekommt Daniel jeweils immer eine neue Waffe. Diese sind nicht nur stärker, sondern haben auch fast alle spezielle Eigenschaften (beispielsweise eine Axt, die über eine bestimmte Distanz geworfen werden kann und magisch wieder zurückgeflogen kommt).

Abseits der Kämpfe müssen allerlei Rätsel gelöst werden. Teilweise, um auf dem Weg weiterzukommen, ein paar wenige jedoch auch für Geheimnisse. Es gibt simples Suchen von Schlüsseln, Platzierungs-Rätsel und Verschiebe-Rätsel. Hierbei wurde der Kreativität freien Lauf gelassen, sodass selbst simple Such-Rätsel interessant werden. Beispielsweise stößt Daniel in einem Mausoleum auf ein verschlossenes Tor. Davor sieht man ein geisterhaftes Skelett vor einer Orgel sitzen und immer wieder die gleiche Melodie spielen. Ein daneben stehendes Buch gibt den Hinweis, dass die Seele eines Musikers dazu verdammt wurde, ewig das gleiche Lied zu spielen. Die Lösung hierfür ist, ein Notenblatt zu finden und auf der Orgel zu platzieren. Daraufhin wechselt die gespielte Melodie, der Geist lacht vor sich hin, verschwindet und das Tor schwingt auf.

Den letzten Teil des Gameplay bilden die Sprungeinlagen und Rätsel. Und leider merkt man hier schon stark, dass MediEvil aus einer anderen Zeit ist. Denn hier gibt es kein automatisches Gleichgewicht, keine Randläufe in Zwischensequenz-Manier und auch keine unsichtbare Wand vor dem Abgrund. Ein Schlenkerer zu weit nach links oder rechts und das Game Over erscheint auf dem Bildschirm. Auch die oftmals sehr schlecht platzieren Kamerawinkel sind hierbei nicht gerade hilfreich.

Gameplay-Bewertung: 2 von 3 Game-Controller


Grafik

Mit dem heutigen Stand natürlich nicht mehr zu vergleichen, war MediEvil aber zu seiner Zeit ein durchaus passabel anzusehendes Spiel. Das Artwork in seinem düsteren Gothic-Stil, welches aber gleichzeitig wieder sehr bunt ist, schafft es diesen Widerspruch sehr gut zu vereinen.

Grafik-Bewertung: 2 von 3 Game-Controller


Sound

Die einfachste Erklärung wäre hier wieder: Tim Burton-Style. Aber der Worte wäre dies zu wenig um die Qualität zu beschreiben. Der Soundtrack besteht aus beachtlichen 20 Titeln, von denen jeder einem ganz eigenen Charakter folgt.

Deren Komposition wurde vom Game-Direktor an das Musik-Duo Paul Arnold und Andrew Barnabas in Auftrag gegeben. Die (wenig verwunderliche) Vorgabe war, einen Soundtrack in Danny-Elfman-Style zu erschaffen (heißt angelehnt an Filme wie Beetljuice, Batman, Batman Returns und The Nightmare before Christmas). Interessanterweise wurde hierzu ein elektronischer Synthesizer verwendet um ein komplettes Orchester plus Orgel zu simulieren.

Im Folgenden zwei Titel, die meiner Meinung nach einen guten Eindruck vermitteln:




Sound-Bewertung: 3 von 3 Game-Controller


Fazit

MediEvil gehört für mich zu einer Generation von Spielen, in der sich auch größere Publisher noch getraut haben, in etwas Neues und Verrücktes zu investieren. Und ein Risiko kann man durchaus sehen, denn Setting und Artwork sind sehr eigen und sprechen sicher nicht jeden an.

Das Zusammenspiel aus Grafik, Sound und Story schafft eine unvergleichliche Atmosphäre, in der man nie weiß, ob man sich nun gruseln oder schmunzeln soll.

Aufgrund seines Alters, ist das Spiel natürlich nur mehr schwer in der Originalfassung zu bekommen. Wer allerdings über eine PS3 verfügt, kann sich dieses Spielerlebnis über das PSN digital nachkaufen

Ich jedenfalls kann nur empfehlen, es auf einen Versuch ankommen zu lassen.

Gesamtbewertung: 9,5 von 12 Game-Controller

Asgarod

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen