Translate

Samstag, 12. Oktober 2013

Uncharted 2 - Among Thieves

Playstation 3 Game-Kritik #9

Wie bereits Teil 1, wurde auch die erste Fortsetzung vom Sony-Entwicklerstudio Naughty Dog durchgeführt. Erschienen im Oktober 2013, wurde es nicht nur zum schnellstverkauften First-Party-Spiel, sondern schaffte es auch auf Platz acht der meistverkauften PS3-Games und hatte die beste Grafik im Jahr 2009. Dies alles scheint eine gute Ausgangsbasis zu sein, um den Vorgänger zu überflügeln. Aber sehen wir mal die Details an.



Story


Nathan Drake wird irgendwo in der Südsee von zwei alten Bekannten aufgesucht: Harry Flynn und Chloe Frazer. Die beiden überreden ihn, gemeinsam in ein Museum in Istanbul einzubrechen, um dort ein Stück aus der "Marco Polo-Sammlung" zu stehlen - eine unscheinbare Öllampe, welche ein Geschenk des Mongolischen Khans war. Da der russische Auftraggeber sehr viel Geld für sie bietet, stellt sich natürlich sofort die Vermutung, was denn so besonders an der Lampe sei. Als die Lampe schließlich erbeutet ist, deckt sich das Geheimnis auch auf: Sie enthält eine Karte mit dem Standort der verschollenen Flotte von Marco Polo, was natürlich einen Haufen Schätze erahnen lässt. Doch noch bevor sich Nathan darüber freuen kann, wird er von Flynn verraten und zurückgelassen. 
Gemeinsam mit Chloe, nimmt Drake die Verfolgung auf und folgt ihm nach Borneo. Dort entdecken sie nicht nur, dass Flynn mit dem russischen Auftraggeber Lazarevic zusammenarbeitet (ein Warlord und Kriegsverbrecher), sondern auch den wahren Hintergrund der Suche: Die mystische Stadt Shambala (aus Buddhistischen- und Hindu-Legenden), welche den Cintamani-Stein beherbergt. Der Legende nach ist er ein Wunsch-Stein und macht seinen Besitzer unermesslich mächtig. 
Es beginnt ein Wettlauf der beiden Gruppierungen, welcher um den halben Globus vom Dschungel Borneos, bis auf die eisigen Gipfel Nepals führt. In dessen Verlauf trifft Drake abermals auf Elena (die Reporterin aus seinem letzten Abenteuer), was zu weiblicher Rivalität mit Chloe führt. Zudem übersteigt die Tragweite der Ereignisse bald alles, was sich die Protagonisten erwartet haben ...


Ausführung
Die Charaktere haben dieses Mal deutlich mehr Feinschliff erhalten. Nathan Drake ist zwar immer noch die hippe Imitation von Indiana Jones, wirkt aber durch seine Kommentare und vielen lustigen Szenen wesentlich sympathischer als bisher. Dies ergänzt sich sehr gut mit Chloe und Elena. Beide sind sehr unterschiedliche Personen, passen jedoch gut zu Drake. Während Chloe eher die wilde und verruchte Art gibt, zieht Elena andererseits auf das Gute und Richtige - quasi die Äquivalente zum "Engelchen und Teufelchen auf der Schulter". Zudem dienen sie diesmal nicht nur zum Aufputz; und die Entwickler haben dezidiert typische Szenen in diese Richtung aufs Korn genommen. Zum Beispiel:
  • Als sich Elena und Chloe das erste Mal begegnen, stellt sie sich als das Vorjahresmodell vor (in Anspielung auf das erste Spiel).
  • Während man Chloe dabei hilft, einen Vorsprung zu erreichen und sie diesen erklimmt, schwenkt die Kamera dezidiert zu ihrer Rückseite. Kurze darauf neckt sie Nathan damit und meint, sie wisse genau wo seine Augen wären.
Die Gegenseite ist dagegen wenig erwähnenswert. Sowohl Flynn, als auch Lazarevic stellen nur den Klischee-Verräter -und Russen dar. Allerdings ist dies nicht weiter schlimm, da die Handlung auch so gut funktioniert.

Diese bildet eher nur einen groben Rahmen und dient dazu, die Reise rund um den Globus zu rechtfertigen. Hierdurch treten ein paar kleinere und größere Plot Holes auf, welche aber bei all der Action sowieso nur schwer zu bemerken sind.

Story-Bewertung: 1,5 von 3 Game-Controller


Gameplay

Gleich zu Beginn wird dem Spieler etwas Neues gezeigt: Es gibt nun tatsächlich Passagen, welche mit Schleichen und leisem Ausschalten von Gegnern bewältigt werden können. Daran gekoppelt, ist auch ein wesentlich verbesserter Nahkampf-Modus (nur noch zwei verschiedene Kampf-Combos, die dafür jedes Mal ein wenig anders ablaufen können).

Auch der Kampf mit Schusswaffen wurde verfeinert und kann nun auch aus eher ungewöhnlichen Positionen geführt werden (z.B. rückwärts hängend von einer Laterne). In Schusswechseln ist es zudem nun möglich, viel agiler zu kämpfen. Teilweise gibt es sogar ganze Passagen, in denen es nötig ist, sich von Deckung zu Deckung zu bewegen, um einem größeren Gegner immer wieder Schaden zuzufügen, bevor man weiter flüchtet (da man sonst sofort besiegt ist).

Spätestens hier verliert man jegliche Illusion darüber, dass Uncharted kein reines Abenteuerspiel ist. In den teils extrem heftigen Feuergefechten, kommt man sich nicht mehr wie ein Schatzjäger, sondern eher wie ein Übersoldat im schlimmsten Krieg vor. In meinem Spieldurchgang habe ich alleine fast 1.000 Gegner zur Strecke gebracht!

Der Künstlichen Intelligenz muss man allerdings lassen - sie macht es dem Spieler nicht leicht. Die Söldner treten stets in unterschiedlicher Zusammensetzung auf (von leicht gepanzert mit Pistole, über Scharfschützen, bis zu Gatling-Kanonen schwingenden Riesen) und verhalten sich dementsprechend. Während die leichte Infanterie sich schnell bewegt und oft zu flankieren versucht, rücken die schwereren Einheiten direkt vor und jagen einen mit Granaten aus der Deckung.

Dies führt mich auch gleich zu den Eingeborenen, welche im letzten Kapitel auftauchen. Es mag zwar irgendwie zur letztendlichen Auflösung der Story passen, aber meiner Meinung nach sind sie einfach nur noch lächerlich stark. Sie schlucken den Schaden mehrerer voller Gewehrmagazine, und selbst mit Unterstützung der KI wird auch noch ein direkter Treffer mit dem Raketenwerfer locker weggesteckt. In Summe macht dies die Gefechte gegen diese Gegner nur noch mühsam und witzlos.

Glücklicherweise wurden die Quicktime-Events nicht wieder verwendet. Stattdessen gibt es nun etwas längere, gescriptete Sequenzen, in denen bestimmte Handlungen durch den Spieler nötig sind. Allerdings nicht beschränkt auf das einfache Drücken eines Buttons. Beispielsweise der Lauf über eine einstürzende Brücke, bei dem man mit der normalen Steuerung Hindernissen ausweichen muss.

Gameplay-Bewertung: 2 von 3 Game-Controller


Sound

Während der Action-Sequenzen bekommt man die Musik zwar nicht oft mit, sie passt jedoch sehr gut zur Aufmachung des Spieles in Richtung Action-Film. In den Rätsel- und Kletter-Sequenzen jedoch, sollte die Zeit dafür definitiv gefunden werden. Die Musik passt einfach perfekt, wenn man beispielsweise auf einer Klippe im Himalaja steht, weiß man einfach genau wo man gerade ist - der Soundtrack vermittelt ein "Nepal-Feeling" ;-)

Sound-Bewertung: 2,5 von 3 Game-Controller


Grafik

Im Vergleich mit dem Vorgänger hat sich hier einiges getan. Nicht umsonst hat Uncharted 2 den Preis für die beste Grafik 2009 gewonnen. Das Wasser, sowohl im Dschungel als auch in den Gletschern des Gebirges, sieht wirklich sehr gut aus. Bewegt man sich im Schnee, hinterlässt man sogar Spuren und sieht realistische Animation welche zeigen, wie schwer sich Nathan gerade durch die Wehen kämpfen muss.

Noch beeindruckender sind allerdings die Tempel, Statuen und der Schnee. Während der Spieler Drake durch den Schnee steuert, sinkt dieser sogar ein und kommt mit teilweise weißer Hose und Schuhen wieder hervor.

Grafik-Bewertung: 2,5 von 3 Game-Controller



Fazit

Uncharted 2 bietet auf jeden Fall mehr vom Selben, ging aber noch einen Schritt weiter. Es gab viel Feinschliff und die Ausrichtung hin zum Hollywood Action-Film, fällt noch deutlicher aus. Für Fans von Teil 1, oder generell diesem Trend, kann ich eine klare Empfehlung abgeben.  Wer sich allerdings eine ernste Geschichte und tiefgründige Erzählstränge erwartet, wird wohl eher enttäuscht sein.

Gesamtbewertung: 8,5 von 12 Game-Controller

Asgarod

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen