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Montag, 12. August 2013

Mass Effect: Paragon Lost

Mass Effect Merchandise #1

Paragon Lost ist ein Anime-Film und erschien Ende 2012 in ausgewählten Kinos, als digitaler Download und auf DVD/Blu-Ray. Die behandelten Ereignisse passieren chronologisch zwischen Mass Effect 1 und 2 + teilweise parallel zu Teil 2. Der Hauptakteur ist James Vega, Soldat und neuer Charakter, bekannt aus Mass Effect 3. Es geht um die Ereignisse, welche mehrmals im Spiel angesprochen werden und verantwortlich sind für den geformten Charakter, den wir später kennen lernen.



Story

Es beginnt mit der Zerstörung der Normandy SR-1 und dem Tod von Commander Shepard. James Vega, welcher ihn sehr verehrt, verschlägt es durch einen Einsatz auf die Kolonialwelt Fehl-Prime. Die ansässigen Kolonisten werden dort von Söldnern des Bloodpack belagert. Es gelingt jedoch selbige zu brechen und die Kolonie zu retten. Nach dem erfolgreichen Abschluss, verbleiben Vega und seine Einheit auf dem Planeten, um für dessen Schutz zu sorgen.
Zwei Jahre später gehen Gerüchte über das Verschwinden ganzer Kolonien um. Obwohl all dies vom Oberkommando dementiert wird, werden die Verteidigungsanlagen des Planeten überraschenderweise, und ohne Begründung, aufgestockt. Kurz darauf fällt plötzlich die gesamte Langstreckenkommunikation aus und alles, was zwischen einem unbekannten Feind und den Kolonisten steht, sind Vega und sein Squad...


Ausführung

Positiv hervorstechend sind die sehr gut gemachten Action-Sequenzen, bei denen man als Zuseher zur Überzeugung kommt: Die müssen einfach einen Real- oder zumindest Animations-Kinofilm machen!
Die negative Seite überwiegt jedoch. Zu sehr und oft verfährt sich die Story in Klischees: Soldatenehre, ein kleines Kind welches im Hauptcharakter den Vaterersatz sieht, die Entscheidung, ob viele Unschuldige oder die große Liebe gerettet wird und so weiter...
Vor allem in den emotionalen Szenen wird viel zu dick aufgetragen und die zunächst entstandene emotionale Verbindung und Mitgefühl, wandeln sich in genervtes Warten darauf, dass die Handlung nun endlich fortgeführt wird.


Zeichenstil des Anime

Ich denke, man kann sehr viel über den Geschmack und die dementsprechende Qualität eines Anime-Zeichenstils diskutieren. Aber Paragon Lost bewegt sich definitiv in der unteren Liga. Die Charaktere sind oftmals doch sehr grobschlächtig dargestellt, ihre Animation meistens plump und bekannte Gesichter (z.B. Admiral Hackett) sind nur äußerst schwer mit ihren Vorlagen aus den Spielen identifizierbar.
Zudem werden zwischendurch immer wieder äußert billige CGI-Elemente/-Sequenzen verwendet, welche aus Spielen der frühen 90er stammen könnten.


Soundtrack

Einer der guten Punkte dieses Films. Auch wenn der Soundtrack an sich nichts besonders Hervorzuhebendes ist, so erfüllt er doch die Qualitätsansprüche, die aus den Spielen erwachsen.



Authentizität mit dem restlichen Mass Effect-Universum

Der schwächste Punkt des ganzen Werkes. Obwohl BioWare als eines der produzierenden Unternehmen angeführt wird, muss man sich doch fragen, ob die Verantwortlichen während der Produktion geschlafen haben. Es gibt nicht nur gravierende Fehler zum originalen Kanon, sondern sogar Dinge innerhalb dieses Werkes sind nicht kohärent.
Die Kollektoren sind manchmal dreimal so groß wie ein Mensch und ein andermal wieder in etwa von gleicher Statur. Die gezeigten Waffen, welche zu 80 % mit Projektilen funktionieren, werden stets so dargestellt als würde in fröhlicher Star Wars-Manier bereits mit Laserwaffen geschossen. Die Nutzung von Biotik hängt plötzlich von denselben Energiezellen ab, welche auch von den Schilden benutzt wird. Und so weiter und so weiter...


Fazit

Alles in allem war der Film für mich als großer Mass Effect-Fan durchaus unterhaltend, sofern die Schwächen akzeptiert werden. Zieht man jedoch einen Vergleich zu anderen Produkten des ME-Franchises (z.B. Comics, Romane, etc), so hinkt die Qualität dieses Produktes doch um einiges hinterher.

Asgarod

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