Playstation 3 Game-Kritik #5
Jeder, der sich in irgendeiner Form mit dem Warhammer-Franchise beschäftigt oder schon einmal davon gehört hat, kommt nicht um sie herum: die Space Marines. Übermenschliche Krieger, welche nichts und niemanden fürchten und im niemals endend wollenden Krieg kämpfen. Wer hatte sich nicht schon einmal vorgestellt, selbst als Sohn des Imperators auf dem Schlachtfeld zu wüten? Nun, jetzt hat man Gelegenheit dazu und zwar in ...
"Warhammer 40,000 Space Marine"
Der Third-Person-Shooter Space Marine erschien 2011, entwickelt von Relic Entertainment, mit dem Publisher THQ. Beide Firmen haben bereits in der Vergangenheit erfolgreich das Warhammer 40k-Universum vermarktet und als Videospiel verpackt (mit der Dawn of War-Serie). Dies ist jedoch der erste TPS und auch das erste Spiel auf einer Konsole.
Das Warhammer-Universum ist riesig und Erklärungsversuche in diesem Beitrag würden jeden Rahmen sprengen. Deshalb gehe ich im Folgenden davon aus, dass man zumindest über ein Basiswissen verfügt.
Story
Die Fabrikswelt Graia wird von einer Invasionsflotte der Orks überrannt. Da sie unter anderem auch Titanen produziert, wird die Priorität auf „Absolut“ eingestuft und Space Marines entsandt. Diese werden vom Orden der Ultramarines gestellt: Captain Titus (der Spieler), Sergeant Sidonis und Bruder Leandros. Sie nehmen den Kampf gegen die Orks auf und helfen der Imperialen Armee. Hierbei treffen sie auf den Inquisitor Drogan, welcher geheime Forschungen auf dem Planeten betrieben hat. Da er verspricht, dass diese nun gegen die Orks verwendet werden könnte, helfen ihm die Space Marines. Ihnen ist jedoch nicht klar, dass sie damit wesentlich mehr heraufbeschwören werden als den Sieg gegen die Orks ...Ausführung
Eine Invasion, welche von der tatsächlichen Gefahr ablenken soll, ist kein neues Konzept und wurde sogar von THQ bereits mehrfach verwendet (im Dawn of War Hauptspiel). Doch dieser Ansatz erfüllt seinen Zweck: Einen Hintergrund für das große Schlachten und Blutvergießen zu liefern.
Obwohl eher dünn gehalten, wurden die Details und Hintergrundinformationen erstaunlich gut verarbeitet. Selbst ein Fan von Warhammer 40k, konnte ich keinerlei Fehler in den vorgekommenen Fakten und Informationen feststellen.
Etwas fragwürdig ist das dargestellte Verhältnis zwischen Titus und Leandros (wer etwas über die Ultramarines weiß, wird verstehen warum), aber letztlich peppt dies die Geschichte etwas auf.
Story-Bewertung: 1 von 3 Game-Controller
Gameplay
Die Gefechte sind sehr Nahkampflastig, es ist aber hin und wieder durchaus nötig zur Laserkanone oder Melter zu greifen (Fernkampfwaffe und Nahkampfgewehr). Obwohl das Waffenarsenal nicht gerade überquellt, gibt es genügend Abwechslung und es darf stets eine eigene Zusammenstellung gewählt werden. Dies ist sogar sehr wichtig. Denn beispielsweise kann Titus zwar einen Energiehammer (die stärkste Nahkampfwaffe) tragen, wird hierdurch jedoch auf die beiden Basiswaffen beschränkt (Pistole und Bolter) und hat somit keinen Zugriff auf die stärkeren Schusswaffen.
Die Kämpfe selbst sind stets fordernd und müssen mit Bedacht begangen werden. Es mag verlockend sein, sich immer einfach mit Gebrüll in den Nahkampf zu stürzen. Allerdings wird man so immer sehr leicht das Opfer von weiter weg stehenden Schützen, weshalb es Sinn macht diese zuerst auszuschalten oder zumindest den Nahkampf an eine nicht einsehbare Stelle zu verlegen.
Gegner können betäubt werden, was durch bunte Partikel um sie herum angezeigt wird. In diesem Zustand können sie „hingerichtet“ werden. Dieser Vorgang unterscheidet sich je nach mitgeführter Nahkampfwaffe und ist eine geskriptete Animation. Tut man dies, erhält der Spieler Gesundheit zurück. Bossgegner können fast nur so besiegt werden. Problematisch ist hierbei allerdings, dass während dieser Animation die übrigen Gegner weiterhin Schaden anrichten können. Dies bereitet vor allem im letzten Drittel des Spieles sehr große Probleme, da hier auch schon mal zwei, drei Bosse auf einmal einem entgegentreten.
Gameplay-Bewertung: 1,5 von 3 Game-Controller
Grafik
Die Qualität der Grafik ist zwar nichts Herausragendes, aber solide. Das, was sie vermitteln soll funktioniert: Eine Imperiale Fabrikswelt im Krieg, in der sich Orks und Menschen bekämpfen. Positiv hervorzuheben sind trotzdem zwei Dinge: Die detailgetreue und schöne Modellierung der Charaktere und die riesigen Gebäude.
Als Ganzes betrachtet, ist es Relic Entertainment aber wieder sehr gut gelungen, das „Look and Feel“ des Warhammer 40k-Universums einzufangen.
Grafik-Bewertung: 1,5 von 3 Game-Controller
Sound
Der Sound ist episch und groß angelegt, genau dort wo es nötig ist: Im brutalen Nahkampf oder Feuergefecht. Abseits davon ist es leider oft still oder nur mit eher eintöniger Musik hinterlegt.
Die Synchronstimmen sind in Ordnung und wurden passend ausgewählt. Allerdings stimmt auf deutsch die Lippensynchronität überhaupt nicht überein. Ich würde sogar sagen, dass es die schlechteste Performance in diesem Bereich ist, die ich bisher gesehen habe. Für einen TPS aus dem Warhammer 40k-Universum, mögen Dialoge jetzt nicht so wichtig sein. Aber es wirkt trotzdem sehr stümperhaft, wenn in einem Spiel ein Charakter zu hören ist, während die Kamera bereits zeigt, wie der nächste zu sprechen beginnt.
Sound-Bewertung: 2 von 3 Game-Controller
Fazit
Space Marine hat keinen Bereich, welcher ihn besonders hervorhebt gegenüber anderen Genre-Vertretern, ist aber ein solider Third-Person-Shooter. Für Fans von Warhammer 40k ist er aber durchaus empfehlenswert. Es gelingt dem Spiel sehr gut, das Feeling dieses Universums einzufangen und dem Spieler das Gefühl zu geben ein mächtiger Space Marine zu sein, der sich durch unzählige Feinde des Imperators kämpft.
Gesamtbewertung: 6 von 12 Game-Controller
Asgarod
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